Vom SMS "Kitzberg" zur "Nordertor"

Das schwimmende Clubheim der Sportbootvereinigung Nordsee e.V. Husum

Im Jahr 1978 hat die Sportbootvereinigung Nordsee (SVN) das ehemalige Fahrgastschiff von einem Wyker Kaufmann erworben und dann den numehr 47jährigen "Oldtimer" zum schwimmenden Clubheim ausgebaut. Das Schiff wurde im Olympia-Jahr 1936 in Kiel im Auftrage der Hafenrundfahrt-AG auf der Friedrich-Krupp-Germania-Werft gebaut: Länge 26.81m. Breite 7.03 m. Tiefe des Schiffraumes 2,45 m.
Am 2. Mai 1936 wurde auf Anordnung des Amtsgerichts Kiel das Schiff "Kitzberg mit dem UNterscheidungssignal: D C I K als Schraubenmotorschiff (SMS) ins Schiffregister eingetragen. Der Germanische Lloyd gab mit der Baubescheinigung vom 14. Mai 1936 den Hochdruck-Motor mit einer Leistung von 300 PS bei 320 Umdrehungen in der Minute für die "Kitzberg" frei.
Das Schiff wurde auf der Kieler Förde eingesetzt und war dort als schönes und schnellstes Schiff beliebt und bekannt. Nach dem Krieg wurde SMS "Kitzberg" von der Kieler Verkehrs-AG übernommen. Wie im Schiffszeugnis vom 22.8.1950 zu lesen ist, waren für die Linie Friedrichsort-Laboe 433 Personen, ausserhalb dieser Linie bis zur Seegrenze 326 Personen und bei Küstenfahrten auf der Ostsee, ohne NAchtfahrt, 253 Personen als Fahrgäste zugelassen. Bis März 1961 wurde dieses SChiffszeugnis insgesamt zehnmal verlangert.
Ende 1961 / Anfang 1962 wurde das SMS "Kitzeberg" von der Flensburger Personenschifffahrt übernommen. Es erhielt den Namen "Nordertor" und wurde gemäß Sicherheitszeugnis für Fahrgastschiffe für die beschränkte Auslandsfahrt freigegeben.
Im November 1970 wurde die "Nordertor" an die KG Seetouristik in Lübeck-Travemünde verkauft. 1976 von privater Seite erworben und in Arnis an de SChlei zum Restaurationsschiff umgebaut, anschließend nach Wyk auf Föhr verlegt und die Ausrüstung als Restaurationsschiff vervollständigt.

Hierfür war jedoch keine behördliche Genehmigung erteilt worden. Die Sportbootvereinigung Nordsee in Husum nahm daraufhin Verhandlungen mit dem Eigner auf. Im November 1977 wurde der Ankauf des Schiffes auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen.

Nachdem die "Nordertor" zwischenzeitlich in Wyk/Föhr auf Reede lag, ist es dort von "Piraten" demoliert und ausgeraubt worden. Nach einer Besichtigung durch eine Delegation der Sportbootvereinigung wurde die Übernahme als Clubheim auf einer eiligst einberufenen Hauspversammlung beschlossen das fast schrottreife Schiff nach Husum geholt.
Vom Februar bis August 1978 wurden über 5000 Arbeiststunden von den Veriensmitgliedern in beispielhafter Gemeinschaftarbeit geleistet. Diese Eigenleistung und der Bau der beiden jetzt vorhandenen Bootsstege mit einem Liegeplatzangebot von rund 50 Sportbooten haben den Grundstein für einen aktiven Wassersportverein mitten in der Stadt Husum gelegt. Alle zwei Jahre wurde das Unterschiff der "Nordertor" auf der Husumer Schiffswert überholt. Auch hier halfen die Mitglieder:
Den gesamten Innenausbau haben sie vorgenommen. Für die Jugend wurde ein gesonderter Raum hergerichtet. Ausserdem steht der Jugendabteilung ein vereinseigener Segelkutter zut Verfügung.
Im Aprill 1983 musste die "Nordertor" wieder zur Reparatur auf die Husumer Schiffswerft. Leckstellen waren in der Aussenhaut entdeckt und zunächst abgedichtet worden. Nach dem Sandstraheln auf der Werft stellte man fest, dass ein Ausflicken mit Stahlplatten nicht mehr möglich war. Die verantwortlichen des Sportbootvereinigung mußten sich etwas einfallen lassen, wenn die "Nordertor" weiterhin als Clubheim und Fotoobjekt im Husumer Binnenhafen bleibnen sollte.
Man entschloss sich, dem Schiffe einen zusätzlichen Rumpf aus Spritzbeton zu geben. Unter Leitung des Bootsmannes der "Nordertor" , Arnd Kinne, sind insgesamt 270 Quadratmeter Rumpffläche mit einer Bewehrung von Stahlmatten versehen worden. Danach wurde auf Vorschlag von Professor Dahms (Eckernförde) eine 5-6 cm starke Spritzbetonschicht auf den Rumpf angebracht. Diese Arbeiten hat die Hamburger Niederlassung der Torkret GmbH ausgeführt. Für die Arbeiten wurde auf dem Gelände der Husumer Schiffswerft ein Betonmischwerk mit Druckstation aufgebaut.
Ein Werftaufenhalt ist in Zukunft wohl nicht mehr erforderlich. Die Torkret GmbH gibt der SVN Husum eine Garantie von fünf Jahren. Die Haltbarkeit soll jedoch unbegrenzt sein, wenn nicht äußerliche Einflüsse einen Schaden anrichten.
Die "Nordertor" ist mit 12 c, mehr Tiefgang wieder auf ihrem alten Platz im Husumer Hafen zurückgekehrt. In über 1000 Arbeitsstunden haben die Mitglieder der SVN Husum ihr clubheim renoviert und instandgesetzt. Während der Husumer Hafentage 1983 soll die "Nordertor" wieder ein Treffpunkt sein. Ein umfangreiches Programm gibt Husumern und  Feriengästen Gelegenheit, auf dem Schiff einen Klönschnack abzuhalten und sich davon zu überzeugen, dass die Reperaturkosten in Höhe von fast 25.000,- Euro und die Eigenleistungen der Mitglieder für den Wassersportverein und die Stadt Husum gut angelegt sind.
Inzwischen sind weitere Jahre vergangen. Wir schreiben das Jahr 1989 und unsere "Nordertor" leigt weiterhin an der Nordkaje im Binnenhafen. Die Zementummantelung hat sich bewährt. Es war 1983 eine richtige Entscheidung. Trozdem sind von uns in de Zwischenzeit weiter rund 30 000 Euro investiert worden. Das Vorderdeck wurde repariert und am Innenausbau wurden dringende Umbauarbeiten vorgenommen.
Acuh für die kommenden Jahre sind unaufschiebbare Instandsetzungsarbeiten erforderlich.

Die MS Nordertor nach wechselvoller Geschichte


Ein schwimmendes Restaurant mitten in der Stadt

Nach einer langen und wechsel-vollen Geschichte ist die Nordertor 1978 im Husumer Hafen endgültig vor Anker gegangen. Aber auch hier kam der Oldtimer nicht zur Ruhe. Einmal lag er sogar auf Grund. Jetzt - nach einer völligen Grund-sanierung wurde aus der MS Nordertor ein Cafe- und Restaurantschiff mitten in der Stadt. Annelie und Claude Bruhn wollen in dem gemütlichen Salon und im Sommer auch auf Deck die Gäste in maritinem Ambiente verwöhnen. Und das mit dem herrlichen Blick auf Husums historische Häuserzeile.
„Frisch und hausgemacht, das hat Prioritä", sagt Claude Bruhn. So gibt es nachmittags natürlich immer selbstgebackenen Kuchen.
Das Angebot auf der Speisekarte ist frisch und hat einen typisch regionalen Charakter. Es reicht von der Krabbensuppe bis hin zu schmackhaften Klemgerichten. „Alles können wir nicht bieten, dafür sind unsere Möglichkeiten in der Kombüse begrenzt", so der neue „Kapitän", „doch das, was wir bieten, das soll schmecken". Neben dem Tagesgeschäft stehen die Räumlichkeiten auch Gesellschaften zur Verfügung.
Ihre Sitzungen werden auch die Mitglieder der Sportboot-vereinigung Nordsee auf der Nordertor abhalten.
Die Sportbootvereinigung Nord-see hatte das Fahrgastschiff 1978 von einem Wyker Kaufmann erworben und es als
schwimmendes Clubheim umgebaut.Vordem hieß das Schiff, das 1930 in Kiel im Auftrag der Hafenrundfahrt AG gebaut wurde, noch MS Kitzeberg.
1962 wurde die SMS Kitzeberg von der Flensburger Personen-schiffahrt übernommen. Sie erhielt hier den Namen Nordertor und wurde als Fahrgastschiff eingesetzt.
1970 wurde die Nordertor an die KG Seetouristik in Lübeck-Trave-münde verkauft,
1976 von privater Seite erworben unsin Arnis an der Schlei zum Restaurantschiff umgebaut.
Anschließend wurde es nach Wvk auf Föhr verlegt und die Ausstattung zum Restaurations-schiff zum Abschluß gebracht. Was dafür allerdings fehlte, war eine Genehmigung. Die Sportbootvereinigung Nordsee nahm daraufhin Verhandlungen mit dem Eigner auf.  Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung wurde der Ankauf beschlosssen.
Als das Schiff
1978 nach Husum kam, war es fast schrottreif. Denn die Nordertor lag zwischenzeitlich in Wvk auf Reede und war dort demotiert und geplündert worden. In einer beispielhaften Aktion wurde das Schiff von den Mitgliedern der Sportbootver-einigung wieder auf Vordermann gebracht. Etwa 5000 Arbeits-stunden waren dazu nötig.
Im letzten Jahr war nun wieder eine Grundsanierung vonnöten. Der Sportvereinigung allein fehlte das Geld dafür. So wurde die Nordertor wieder von privater
Hand erworben.

Als Eigner leiten nun Annelie und Claude Bruhn die Geschicke des völlig runderneuerten Restaurant-schiffs mitten in der Stad Husum.